04.06.2007 Technik Generation 50 plus: Chancen für neue Dienstleistungen und Produkte
Bedürfnisse und Fähigkeiten von Menschen ändern sich in den verschiedenen Abschnitten ihres Lebens. Die beiden letzten Abschnitte Lebenswürde und Lebensqualität zu erhalten und zu verbessern, stellen eine besondere Herausforderung für die Entwicklung neuer Technologien dar. Gleichzeitig haben viele Senioren Probleme mit moderner Technik. Wenn Geräte immer neue Funktionen bekommen und zudem schwierig zu bedienen sind, finden sich ältere Menschen nur schwer mit ihnen zurecht.
Im oberbayerischen Kurort Bad Tölz entwickeln Altersforscher und Techniker jetzt neue Systeme, die leichter zu bedienen sind.
Das GRP in Bad Tölz (Generation Research Program) beschäftigt sich mit Fragen der Generationen übergreifenden Grundlagenforschung, der Anwendung von Wissen im medizinischen Bereich und mit der Konzeption von innovativen Technologien. Ziel des Generationen-Forschungsprogramms der Universität München ist es, anstrengungslose Technik zu entwickeln. Für ältere Menschen ist der Alltag oft unübersichtlich und moderne Technik häufig zu kompliziert. Für Prof. Dr. Ernst Pöppel, Leiter des GRP, steht fest: Richtig gestaltet ist gerade moderne Technik keine Hürde für Alte, sondern ein gutes Hilfsmittel, das das Leben der über 50-Jährigen erleichtert: “So eine Technik ist entscheidend, um die Lebensqualität, aber auch Sicherheit der Älteren, etwa im Straßenverkehr zu erhöhen.”
Vor dem Hintergrund der demografisch bedingten Herausforderungen, konnten im FlintCenter Bad Tölz mehrere serienreife Lösungen vorgestellt werden. Dr. Muto Takeshi präsentierte den „Walk-Mate“. Dieser virtuelle Bewegungsapparat verbessert die Gehleistung bei Gehbehinderten Menschen durch rhythmische Reize. Mit Intuitive Devices verfolgt Dr. Helmuth Zucker das Ziel, Geräte mit wenigen Kernfunktionen zu entwerfen, die auf möglichst intuitive Art angesteuert werden können. So ein Gerät ist der Bad Tölzer Musikwürfel. Je nach dem auf welche Seite der Würfel gelegt wird, spielt dieser entsprechend gespeichert Audio Signale ab. Dabei kann es sich um beliebige Musik als auch um gesprochene Signale handeln. Ein weiteres Problem für ältere Menschen stellt die Bedienung von Computern dar. So haben z.B. Menschen mit der Parkinson-Krankheit große Schwierigkeiten bei der Bedienung einer Computer Mouse. Über ein einfaches Mittelungsverfahren ist es möglich, die Tremorbewegungen weitgehend zu eliminieren. In einer Voruntersuchung wurden gesunde Versuchspersonen mit einem Simulator getestet, der die Tremorbewegungen den Mausbewegungen überlagerte. Es zeigte sich, dass bei Verwendung der Parkinson-Maus die Versuchspersonen in der Lage waren, ihre mit normaler Maus erbrachten Leistungen, fast zur Gänze wieder zurück zu gewinnen.
Abgerundet wurde die Veranstaltung durch Referate zum Thema Seniorenmarketing. Dabei gingen die Referenten folgenden Fragestellungen nach: Sind Konsumenten über 50 Jahren anders? Warum fahren Senioren kleine Autos? Haben wir Grund zur Annahme, dass Senioren demnächst mehr konsumieren? Was passiert mit den Konsumenten ab 50? Was kann Seniorenmarketing leisten?
Laut GRP hat der Generationenwechsel schon längst stattgefunden und die demographische Schere öffnet sich immer weiter.
Adressen:
Generation Research Program
Ludwig-Maximilians-Universität
Prof.-Max-Lange-Platz 11
83646 Bad Tölz
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Ernst Pöppel
Tel.: 08041-79929-0
Fax: 08041-79929-11
E-Mail: Ertlmeier-Maieli(at)grp.hwz.uni-muenchen.de
Internet: http://www.grp.hwz.uni-muenchen.de
Autor:
Ing. Mag. Markus CostabieiQuelle: Marketing Club München





